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Hintergrund




In jedem Buch schauen und lesen wir wie gebannt die Buchstaben, die sich zu Worten und dann zu Geschichten formen.
Doch die Grundlage für jedes Bild, Wort und jede Geschichte ist die leere Buchseite,
der Hintergrund,
  auf dem alles erscheint.

Dann entwickeln die Geschichten ihr Eigenleben.
Der Hintergrund, auf dem sie erschienen sind,
der ihnen die Möglichkeit gegeben hat,
zu erscheinen, ist vergessen.

Die Geschichte kämpft von nun an um ihr Leben.
Immer mehr Worte und Gedanken.
 Eine Bedeutung muss her.
Das richtige Gefühl, der richtige Gedanke, die richtige Einstellung.
Die Geschichte ist in vollem Gange.

Aus den Buchstaben und Worten ist eine Geschichte geworden.
In der Geschichte sind Handelnde entstanden, die auch an ihre Eigenständigkeit und Bedeutung glauben.
Personen.
Im griechischen Theater war die persona eine Maske, die die Schauspieler verwendet haben, um eine
Rolle zu typisieren.

Und nun ist die Zeit, in der die Geschichten zu ihrem Ende kommen.
  Was machen die Personen, die vergessen haben, dass sie aus Buchstaben und Worten auf einem leeren Hintergrund entstanden sind?
Sie wollen nicht zu Ende gehen, sie denken sie sterben.

Die Geschichte wird wieder zu einzelnen Worten, die Worte zu Buchstaben und die Buchstaben kehren zurück in die schöpferische Kraft, aus der sie gekommen sind.
In die Liebe Gottes.

Wo finden wir die Liebe Gottes, wollen die Masken wissen.
Genau hier, wo du jetzt bist.
Was müssen wir dafür tun?
Nichts, außer still werden und nach innen schauen und lauschen.

 Die Personen oder Masken haben Vorstellungen, wie die Liebe Gottes sein sollte.
Gut und angenehm, wenn sie das "Richtige" tun, strafend und abweisend, wenn sie das "Falsche" tun.
So, dass es sich in die Geschichte einbauen lässt, "es" vielleicht mit Gottes Hilfe leichter geht.
Die Masken wollen nun wissen, heilen, verstehen.
Lauter neue Rollen.
Die Geschichte läuft immer noch weiter.
Gleiche Besetzung, neuer Text.

Und wenn sich das Jetzt nicht "gut" anfühlt?
Dann entstehen Gedanken und aus Gedanken Strategien, um dem Gefühl auszuweichen, es loszuwerden oder ihm eine Bedeutung anzudichten.
Die Geschichte hält sich am Laufen.

"Ich habe bestimmt etwas falsch gemacht"
"Ich muss mich anstrengen, um es zu verändern"
"Das darf ich nicht fühlen"
"Das Gefühl ist nicht gut"
"Ich sollte fröhlich sein"
"Ich sollte etwas machen"
"So kann es nicht weiter gehen"
...
Alles nur Gedanken im Verstand.
Immer noch eine Geschichte.

Der Verstand kann niemals im Herzen ankommen.

Statt die Buchstaben zu lesen oder auf die Gedanken zu hören, den Hintergrund, die Stille wahrnehmen. Liebevoll aus dem Verstand in den Körper und in diese Stille sinken.

Dem Atem lauschen.
Nach Hause kommen.
Die Geschichten vergehen und ausklingen lassen.

Wieder in der Hand Gottes geborgen und bei meiner Seele sein.
Meine Seele führen lassen





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